Der Ford F-150 (2024) ist einfach ein bisschen besser (2024)

Das 47ste Jahr in Folge ist der Ford F-150 der meistverkaufte Truck in Amerika. 2023 war er zusätzlich der meistverkaufte Hybrid-Truck und der meistverkaufte elektrische Truck. Die letzte größere Produktaufwertung gab es 2021. Das 2024er Update ist vergleichsweise klein. Hier geht es hauptsächlich darum, der Kundschaft einen Mehrwert in Form von besserer Ausstattung zu liefern.

Wenig überraschend vertraut also auch dieser F-150 auf die Stärken der inzwischen 14. Generation: einen schnörkellosen Innenraum, eine exzellente Motorenauswahl (inklusive eines stärkeren Basisaggregats) sowie die höchste Anhängelast der Klasse. Außerdem kommen ein paar Schmankerl für die Käufer niedrigerer Ausstattungslinien dazu. Wir sprechen etwa vom nun serienmäßigen 12,0-Zoll-Touchscreen und dem Zugang zu Ford Blue Cruise, dem Level 2-Fahrassistenten des Blauen Ovals.

Der Ford F-150 (2024) ist einfach ein bisschen besser (1)
Schnelle Daten Ford F-150 2024
Motoren Twin-Turbo 2.7-Liter V-6 (Basis) / 5.0-Liter V-8
Leistung 325 PS/542 Nm (V6); 430 PS/772 Nm (V8)
Getriebe 10-Gang-Automatik
Basispreis / Testwagenpreis $38,765 / $65,035
Markstart bereits erfolgt (in den USA)

Die größte Neuerung für den potenziellen F-150-Käufer: Mehr Ausstattungslinien haben nun mehr Serienausstattung. Außerdem hat man den 3,3-Liter-V6-Sauger, der bisher als Einstieg fungierte aufs Altenteil geschoben. An seiner Stelle werkelt nun der 2,7-Liter-EcoBoost-V6 (und das ab 38.765 US-Dollar, also etwa 35.700 Euro).

Der neue Motor bringt es auf stattliche 542 Nm Drehmoment (fast 200 Nm mehr als bisher) und 325 PS. Wer in den Ausstattungslevels nach oben wandert, kann sich nach wie vor für einen 5,0-Liter-V8 oder einen 3,5-Liter-EcoBoost-Mildhybrid-V6 entscheiden. Mit besagtem V6 erreicht der Ford klassenbeste Werte bei der Anhängelast (über 6.100 Kilo) sowie der Zuladung (1.110 Kilo).

Innen gibt es einen neuen 12-Zoll-Touchscreen und ebenfalls 12 Zoll große Digitalinstrumente. Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sind Serie. Der Zentralbildschirm überzeugt mit schnellen Ladezeiten und guter Ablesbarkeit. Auf der Mittelkonsole befinden sich - trotz Touch-Funktion - richtige Knöpfe für so gut wie alle Funktionen, die der F-150 innen so bietet.

Das macht die Bedienung dieses Pickups wahnsinnig einfach, selbst wenn er in Bewegung oder sogar Offroad unterwegs ist. Zudem fühlt sich das Interieur dank der ganzen Schalter und Knöpfe auch robuster an als bei der Konkurrenz, die mehr auf die Bedienung im Monitor setzt. Der F-150 hat einen der am intuitivsten zu bedienenden Innenräume nicht nur im Truck-Segment, sondern über den gesamten Automarkt gesehen.

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Das Level-2-System BlueCruise ist nun optional auch für niedrigere Ausstattungslevels verfügbar. Fürs 2024er-Modelljahr wurde es auf Version 1.2 upgedated. Das bedeutet: Spurwechsel ohne Hände am Lenkrad und intelligentes Speed-Management, wo das Auto vor Tempolimit-Verringerungen oder Kurven automatisch abgebremst wird.

Ich hatte die Gelegenheit, das optimierte System auf der I-10 durch Palm Springs zu nutzen, das Ganze im mittleren Trim-Level XLT (Testwagen-Preis: 65.035 US-Dollar). Ich aktivierte das System und nahm die Hände für 15 Meilen vom Lenkrad, ohne dass es irgendwelche Schwierigkeiten gab. Das Auto fuhr vorhersehbar genug, dass ich einfach die Musik aufdrehte, mich zurücklehnte und dem Computer beim Fahren zusah.

Leider ist es auch bei BlueCruise 1.2 noch immer nicht möglich während des Hängerbetriebs die Hände vom Volant zu nehmen, anders als etwa bei Super Cruise von GM. Und die Menge an Straßen, auf denen "hands free driving" erlaubt ist - 130.000 Meilen in Nordamerika - hinkt doch weit hinter GMs 750.000 Meilen her.

Dazu kommen die hohen Kosten. Es gibt lediglich 90 Tage kostenlosen Service. Im Anschluss werden 75 Dollar im Monat oder 800 Dollar im Jahr fällig. GMs Super Cruise liegt bei 25 respektive 250 Dollar. Und die ersten drei Jahre sind frei.

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Der F-150 fährt und federt, wie ein Pickup mit Leiterrahmen nun mal so fährt und federt. Aber im Großen und Ganzen können sich die Manieren schon sehen lassen. Es ist sehr einfach, eine bequeme Sitzposition zu finden und die Verarbeitungsqualität im Innenraum wirkt gut. Hier scheppert nichts und man fasst auch keine billig wirkenden Materialien an.

Der Hybrid-Antrieb ist hervorragend integriert, es gibt geschmeidige, berechenbare Bremsen und alle verfügbaren Motoren, die ich ausprobieren konnte, ziehen kräftig an, wenn man das Gas in den Boden drückt.

Der einzige Schwachpunkt ist meiner Meinung nach die 10-Gang-Automatik, die sich hin und wieder etwas unentschlossen anfühlt. Beim Überholen braucht sie zu lang, um einen Gang (oder auch mal vier) runterzuschalten. Dennoch hätte ich keinerlei Bedenken, lange Roadtrips mit diesem Truck in Angriff zu nehmen.

Zusätzlichen Komfort außerhalb der Kabine soll beim 24er F-150 die optionale „Pro Access Heckklappe“ bieten, die quasi als eine herkömmliche Heckklappe mit eingebauter mittiger Tür fungiert. Sie ist auf der rechten Seite angeschlagen und verfügt über drei Rasten, von denen die kleinste (37 Grad) so ausgelegt ist, dass sie auch bei angekoppeltem Anhänger benutzt werden kann. Von den vielen verschiedenen Heckklappen-Neuheiten, die derzeit auf dem Markt sind, ist diese hier sicher eine der nützlichsten.

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Die Off-Road-Boys-und-Girls bekommen einen aktualisierten Tremor mit einem Basispreis von 66.145 Dollar. Zur Auswahl stehen hier der 5,0-Liter-V8 oder der 3,5-Liter-EcoBoost. Der Tremor erhält ein Styling-Update mit neuem, goldverziertem Kühlergrill und einen Stoßfänger mit Befestigungspunkten für Nachrüst-Zubehör. Die Geländetauglichkeit bleibt mit den 2,5 Zentimeter Höherlegung und 33-Zoll-Geländereifen unverändert.

Ich hatte die Gelegenheit, die Offroad-Fähigkeiten des Tremor auf einem langen, kurvigen Wüsten-Trail außerhalb von Palm Springs zu testen. Dank der ausgezeichneten Rundumsicht (unterstützt durch die gut geformten A-Säulen) und der Sitzposition hat man im Gelände relativ leichtes Spiel. Die hochwertigen Surround-View-Kameras helfen, wenn die eigenen Augen die Aufgabe nicht allein bewältigen können.

Weniger hilfreich war die sogenannte Trail Control, eine Art Offroad-Tempomat für den Tremor. Das Bergauffahren klappte ganz ordentlich, wobei der Assistent hier manchmal etwas panisch mit dem Gas unterwegs war.

Bergab ist One Pedal Driving möglich. Das System bremst hier selbständig und sagt dem Fahrer, wann er bei Bedarf Gas geben soll. Auch hier war die Lernkurve bemerkenswert steil und alles in allem fühlte es sich ein wenig unausgegoren an. Mechanisch konnte der Truck die Hindernisse problemlos bewältigen, aber irgendwie fühlte sich die Technik nicht so ausgefeilt an wie bei einigen Mitbewerbern (oder wenn man einfach beide eigenen Füße benutzt).

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Definitiv hilfreicher war das Pro Power Onboard-System meines Tremor, das 7,2 Kilowatt Leistung über fünf Steckdosen (vier 120 V, eine 240 V) auf der Ladefläche liefert. Das 7,2-kW-System ist exklusiv für den 3,5-Liter-Mildhybrid erhältlich und es ist fantastisch. Ich habe die Reifen meines Tremor mit einem kleinen Kompressor aufgepumpt, aber das Pro Power-System ist auch stark genug, um bei Bedarf ein Schweißgerät in Werkstattqualität zu betreiben. Mit einer vollen Tankfüllung kann das System 32 Stunden lang bei maximaler Leistung betrieben werden.

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Der Ford F-150 Modelljahr 2024 hat sich nicht neu erfunden, aber das muss er auch nicht. Er ist nach wie vor ein grundsolider Truck mit unübertroffenen Lastesel-Eigenschaften. Die neuesten Funktionen dürften vor allem diejenigen ansprechen, die mit ihrem Pickup echte Arbeit verrichten. Dass die Basis nun mehr Power und Ausstattung mitbringt, macht den Deal nicht weniger attraktiv. Wenn Sie mit Ihrem Truck hauptsächlich cruisen, gibt es vermutlich bessere Optionen. Aber wenn Sie einen Pickup als echtes Arbeitstier nutzen wollen, gibt es nichts besseres als den F-150.

Bildergalerie: 2024 Ford F-150 First Drive

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